Text von 1926

Polnische Barsczsuppe

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Nachdem man eine recht kräftige Bouillon bereitet und ein gepökeltes Schweineohr nebst einem Paar Schweineschwänzen in Wasser mit Wurzelwerk recht weich gekocht hat, schneidet man wie zur Julienne Wurzelwerk in feine Fäden, ebenso eine rohe rote Rübe, schwitzt dies in Butter und füllt die durchgegossene Bouillon auf, in der man nun die Wurzelstückchen gar kochen lässt.

1/2 Stunde vor dem Anrichten quirlt man zwei Esslöffel groben Leipziger Grieß in die Suppe und gießt soviel Saft von eingemachten roten Rüben dazu, damit sie schön rot ist und einen angenehmen säuerlichen Geschmack hat. Das Schweineohr wird in 2 1/2 cm (zoll-) langen Streifen, die Schweineschwänze nach den Gliedern in Stücke geschnitten und ebenso groß ein paar in Butter gebratene Saucischen.

Sämtliche Fleischstücke, denen man auch wohl ebenso große Stücke des in der Bouillon gekochten Rindfleisches, sowie in Scheiben geschnittenes, in Salzwasser gar gemachtes Rindermark beifügen kann, werden, nachdem man die Suppe entfettet hat, mit derselben angerichtet.


Dieses Rezept in:

(1926)

Lina Morgenstern (aus dem Kochbuch)

Auf etwa 800 Seiten bietet Lina Morgensterns illustriertes  Kochbuch an die 2500 Rezepte, darüber hinaus eine Kochschule mit sinnvollen Anregungen zu Kücheneinrichtung, Einkauf, Ernährung.

„Da der Geschmack der Geist der Kochkunst ist, werden diejenigen den meisten Nutzen von meinem Buche haben, welche nicht mechanisch nach den Rezepten bereiten, sondern abschmecken, prüfen und nach der gegebenen Anleitung je nach ihren Verhältnissen und Mitteln auch zu verändern verstehen.“